Meditieren im Garten

August 28th, 2011

Heutzutage ist der Mensch gestresst, mehr denn je muss er darauf achten, eine gesunde Balance zu finden zwischen Aktivität und Nichtstun.

Aber warum in die Ferne schweifen? Hinaus in den Garten, die Gartenmöbel aufgestellt, mit dem Liegestuhl in den Halbschatten, das Sonnensegel gehisst – fertig ist die Ruheoase, die der gestresste Mensch braucht!

Aber ganz langsam von vorn: Eine Weisheit besagt, dass man das, was man tut, ganz tun möge. Ohne Wenn und Aber, ohne Gedanken an etwas ganz anderes! Das bedeutet, der Mensch gehe hin und stelle mit Achtsamkeit die Gartenmöbel auf, rücke ganz bewusst den Relaxsessel dahin gehend, dass sowohl Sonne als auch Schatten ein harmonisches Ganzes bilden. Dann setze man sich langsam und bequem hin, und mit einer Sonnenbrille auf der Nase schottet man sich ein Stück von der Aussenwelt ab, taucht ein in innere Welten, schaltet den Kopf aus.

Und genau dieses Kopf-Ausschalten ist das Wichtigste. Denn der Verstand ist gewiss beachtenswert, allerdings wird ihm eine zu hohe Bedeutung beigemessen, denn das Wesentliche lässt sich keineswegs nur mit dem Kopf klären.

Nun sitzt der Mensch also unter lauschigen Bäumen im Garten, er sitzt so bequem, dass die Atmung frei und ungehindert fliessen und er sich auf die einzelnen Atemzüge konzentrieren kann. Alles fliesst, Gedanken kommen und ziehen weiter, ein laues Lüftchen weht, im Inneren des Menschen wird es leichter. Der Garten und der Relaxsessel werden zum Refugium, das Paradies könnte nicht ruhiger und schöner sein, ein Zustand der tiefen Entspannung stellt sich ein.

Plötzlich ist er aber da, dieser eine, hartnäckige Gedanke, der sich einfach im Kopf fest beisst! Die anderen Gedanken haben sich doch mehr oder weniger schnell wieder verflüchtigt – warum nicht auch dieser? Immer wieder gibt es auch Prüfungen, leichterer oder schwererer Art, die es zu überwinden gilt. Der Mensch möge sich jetzt ganz besonders darauf besinnen, dass er im Garten sitzt, relaxt auf dem Liegestuhl, abgeschirmt von der Welt, die Hände empfangend in den Schoss gelegt: Er empfängt etwas sehr Segensreiches, es ist die Ruhe, nur unterbrochen von Vogelgezwitscher und dem leisen Rauschen der Bäume, einzelne Sonnenstrahlen kitzeln auf der Nase, die leichte Brise verschafft Kühlung.

Meditieren im Garten – kann es etwas Schöneres geben?

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