Jesus und Meditation

August 27th, 2011

Jesus war einer der glaubwürdigsten und gleichzeitig vielleicht unspektakulärsten Meditationslehrer. Er lehrte die Meditation weniger durch Worte, als vielmehr durch seinen ungewöhnlichen Lebensstil. Er strahlte vermutlich immer wieder eine ruhige Kraft aus, die auf die Menschen seiner Umgebung eine besondere Wirkung hatte und die sogar, so wird berichtet, Kranke heilte und Menschen zur inneren und äusseren Veränderung bewog.

Was ist Meditation?

Ganz leer werden, im Hier und Jetzt präsent sein, sich selbst vergessen, damit können wir wohl das Phänomen der Meditation umschreiben. Wir lassen alles los, wir gelangen in einen Zustand unendlicher Tiefe, wir spüren uns frei und gleichzeitig verbunden, universell vereinigt.

Zu diesem Erlebnis können feste und regelmässig geübte Rituale führen, aber auch spontane Ereignisse haben meditativen Charakter, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Bergwanderungen und Naturerlebnisse sind geeignet, uns in einen meditativen Zustand zu versetzen. Pilgerwanderungen können uns in einen Rhythmus bringen, der uns allmählich zum Loslassen bewegt, der Kopf wird frei, alles Denken wird unwichtig.

Wann und wie meditierte Jesus?

Wenn wir Meditation nicht in einem strengen Sinn verstehen, nämlich in festgelegten Ritualen, dann können wir vermuten, dass Jesus sich in seinen Rückzugszeiten in Meditation übte. Er suchte regelmässig die Stille, die Wüste, er war tage- oder wochenlang für seine Jünger nicht erreichbar. Überliefert sind Geschichten, in denen Jesus auf den Bergen Galiläas Gott nahe ist, oder in denen er in der Wüste von Versuchungen verfolgt wird. Er verbringt lange Zeiten ohne Nahrung, diese Symbolik des Leerwerdens spricht eine deutliche Sprache.

Was er in dieser Wüstenzeit tat, darüber gibt die Bibel keinen detaillierten Aufschluss. Es wird berichtet, dass er betete. Wie diese Gebete aussahen, wissen wir nicht. Dass er aber gerade in diesen Dürrezeiten essentielle Kraft schöpfte, loslassen lernte, zu seiner eigenen inneren Gestalt und zu Gott fand, ist zu vermuten.

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