Die Geschichte der Meditation
August 27th, 2011Meditation bedeutet eine mystische, kontemplative Versenkung, die als individuelle Verhaltensweise wahrscheinlich so alt ist wie die Menschheit selbst. Die Geschichte der Meditation als eine Praxis, die gewissen Regeln unterliegt, ist aber ohne die religiöse Komponente nicht zu verstehen.
Man kann davon ausgehen, dass die Menschen bereits zu Urzeiten in kultischen Handlungen Mittel einsetzten, die meditative Aspekte aufwiesen. Auch schriftliche Aufzeichnungen belegen eine lange Tradition. Schon in den 5000 Jahre alten so genannten Veden aus Indien finden sich Hinweise auf meditative Techniken, die sich durch Atemübungen und Konzentration auf das Göttliche auszeichneten.
Aus der vedischen Spiritualität entnahm auch der Buddhismus Anregungen. Der Buddhismus geht auf Gautama zurück, der vor 2500 Jahren in Indien lebte und später als Buddha verehrt wurde. Hauptziel seiner Lehre war die Vermittlung eines für jeden Menschen praktizierbaren Wegs, sich unabhängig zu machen von den Unzulänglichkeiten der vergänglichen Welt. Ein Teil dieses Weges – neben den Aspekten Wissen und Verhalten – ist die Meditation.
Nach dem Tod des Buddha entstanden mit den verschiedenen Ausprägungen des Buddhismus auch unterschiedliche Formen der aktiven Meditation, wie zum Beispiel Zen, Yoga oder Tantra. Auch asiatische Kampfkünste weisen meditative Aspekte auf.
Im Islam gewann Meditation insbesondere mit der Ausbreitung der spirituell orientierten Sufi-Orden im 12. Jahrhundert an Bedeutung. In der Ausübung des sufistisch geprägten Islam gibt es meditative Praktiken wie kontrollierte Atmung und die Wiederholung heiliger Worte.
Ebenfalls im 12. Jahrhundert begründete der christliche Mönch Guigo II. die Praxis der lectio devina, einer Methode der betenden Meditation über Bibeltexte. Diese fusst auf Praktiken, die schon seit dem 6. Jahrhundert von Benediktinermönchen entwickelt wurden.
In der westlichen Welt wird Meditation seit den kulturellen Umbrüchen der 1960er Jahre auch im Rahmen von Psychotherapien oder ganz allgemein für das menschliche Wohlbefinden eingesetzt. In der jüngsten Zeit hat der letztere Gesichtspunkt mit der Wellness-Welle grosse Bedeutung erlangt.